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Interview: «KMU erhalten dank Azure Zugang zu Funktionalitäten, die bisher nur Grosskonzernen vorbehalten waren»

Interview: «KMU erhalten dank Azure Zugang zu Funktionalitäten, die bisher nur Grosskonzernen vorbehalten waren»

Yves Monbaron, Leiter der redIT Cloud Services und Mitglied der Geschäftsleitung, hat erfolgreich die Zertifizierung als «Microsoft Azure Solutions Architect Experte» erhalten. Im Interview erklärt er, was dahintersteckt, was Azure alles kann und was von Azure Cloud Schweiz erwartet werden kann.

Microsoft bietet verschiedene technische Zertifizierungen an. Diese sind funktionsbasiert: es gibt Zertifizierungen für Entwickler, Administratoren, Lösungs-Architekten und Funktionale Berater. Die Zertifikate belegen, dass Personen über Fach-Know-how aus dem entsprechenden Bereich verfügen.

Portrait von Yves MonbaronYves, vorab eine klärende Frage – was ist Microsoft Azure?
Es ist die Cloud-Plattform von Microsoft. Azure bietet einen riesigen Fundus an Diensten und Services, mit denen Lösungen für fast jeden nur erdenklichen Geschäftsfall entworfen und entwickelt werden können. Die Plattform hält ein grosses Potential bereit: Schweizer KMU haben auf einmal Zugang zu Services und Funktionalitäten, die bisher nur Grosskonzernen vorbehalten waren. Das Thema wächst zurzeit stark und Microsoft bringt Azure ja jetzt in die Schweiz. Das hat der Thematik nochmals zusätzlichen Schub verliehen.

Bevor wir über Azure Schweiz sprechen, erst noch eine Frage zu dir: Du bist zertifizierter «Microsoft Azure Solutions Architect Expert». Was bedeutet das genau?
Personen, die diese Zertifizierung erhalten, verfügen über fundierte Kenntnisse in den Bereichen Computing, Netzwerk, Speicherung und Sicherheit und haben eine Übersicht über die Services und die Architektur von Microsoft Azure. Mit diesem Wissen können sie IT-Lösungen entwerfen, die mit Azure betrieben werden können.

Wie sieht so eine Zertifizierungs-Prüfung aus?
Eine Prüfung enthält 40 bis 60 Fragen, welche innerhalb eines begrenzten Zeitfensters beantwortet werden müssen. Die Prüfung kann bei Microsoft oder aber via Remote-Verbindung absolviert werden. Für Remote-Prüfungen gelten dabei strenge Vorlagen: Der Absolvent oder die Absolventin muss den Raum der Prüfungsleitung via Webcam «vorzeigen», die Person muss während der Prüfung allein sein und darf sich nicht aus dem Kamerabild bewegen und auch die Einstellungen des Computers werden von der Prüfungsleitung überwacht. Man kann also während der Zertifizierung nicht einfach zu Googlen beginnen.

Was bedeutet das, wenn ich während der Prüfung dringend auf die Toilette muss?
Dann hast du Pech gehabt. Ich kann aus Erfahrung sagen, dass bei den strengen Vorgaben durchaus zu anspruchsvollen Situationen kommen kann.

Erzähl’ mehr, was ist passiert?
Letztes Jahr absolvierte ich eine andere Zertifizierungsprüfung. Es war ein heisser Tag, darum öffnete ich vorgängig das Dachfenster des Sitzungszimmers. Nur leider begann es während der Prüfung zu regnen. Ich durfte mich nicht vom Platz wegbewegen und die Uhr tickte, darum blieb mir nicht viel anderes übrig, als dem Geschehen machtlos zuzusehen.

Jetzt zur Schweizer Azure Cloud. Warum baut ein Player von diesem Format ein Rechenzentrum in der Schweiz auf – wir sind für Microsoft doch ein Mini-Markt?
Microsoft baut nicht nur eines, sondern zwei Rechenzentren. Standort «Switzerland Nord» im Raum Zürich und «Switzerland West» im Raum Genf. Zwei RZ sind aus Sicherheitsgründen nötig; Stichwort Redundanz. Die Schweiz ist für Microsoft ein interessanter Markt. Bereits im Dezember 2018 berichtete die Netzwoche, dass Microsoft die UBS als Grosskundin für die neuen Standorte gewinnen konnte, was ein Hauptgrund für den Entscheid Schweiz gewesen sein dürfte. Über die UBS hinaus gibt es einige weitere international tätigte Grosskonzerne, die den Hauptsitz in der Schweiz haben und die in regulierten Brachen tätig sind. Da ist ein Bedürfnis für ein leistungsfähiges, mit den Schweizer Regulatorien im Einklang stehendes Rechenzentrum da.

Wann wird Azure Schweiz verfügbar sein?
Microsoft kommuniziert, dass Azure Schweiz ab Sommer 2019 zur Verfügung stehen wird.

Welche Services werden zu Beginn verfügbar sein?
Primo Amrein, Cloud Lead Microsoft Schweiz, informierte bereits im April am Microsoft Tech Summit 2019 in Bern, dass über 20 Dienste mit dem Launch bereitgestellt werden. Unter anderem:

  • Azure Application Gateway
  • Azure Cosmos DB
  • Azure Data Leak Storage Gen2
  • Azure Resource Manager
  • Verschiedene SQL-Services
  • diverse weitere (komplette Liste in den Links)

Zur detaillierte Aufstellung der verfügbaren Services

Und wie sieht es mit Office365 aus?
Gemäss Microsoft folgt Office365 ungefähr 3 bis 6 Monate nach dem Start von Azure Schweiz:

  • Exchange Online Mailbox Content: Effektiv in der Schweiz „at rest“ werden folgende Daten gehalten: „e-mail body, calendar entries, and the content of e-mail attachments“
  • Sharepoint Online: auch die Intranet-Plattform und der Datenablage-Dienst kommen in die Schweiz. Ganz konkret geht es um „site content and files stored within that site“
  • OneDrive for Business: Die „uploaded files“ werden ebenfalls auf der Microsoft Cloud Schweiz gehalten werden

Quellen und informative Links:

Über den Autor
Marco Peter
Von Haus aus Texter und Journalist, heute als Contentprofi am Marketing machen für die ganze beelk-Gruppe. Glaubt ungebrochen an die Kraft von spannenden Geschichten! Spricht fliessend Digital, fotografiert leidenschaftlich, rennt, klettert, übernachtet im Zelt und fährt einen VW-Bus.

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